Anomalie-
Erkennung
Kurzfassung
Anomalien können auf potenzielle Fehlentwicklungen, Unregelmäßigkeiten oder kritische Ereignisse hinweisen. Das Analyse-Modell verfolgt das Ziel, Anomalien in den Daten zu identifizieren. Die klassischen Methoden der regelbasierten Verfahren stoßen dabei oft an ihre Grenzen, daher haben wir ein Analyse-Modell mithilfe maschinellem Lernen entwickelt. Das KI-Modell ist frei konfigurierbar und kann damit die spezifische Ausgangslage in der Analysestrategie berücksichtigen.
Allgemeine Modell-Beschreibung
Das cloudbasierte KI-Modell Anomalie-Erkennung gehört zu den Modellen des unüberwachten maschinellen Lernens (uML). Das Modell wird mit Daten trainiert, die keine Labels besitzen. Es gibt also ausschließlich Inputdaten, jedoch keine vorgegebenen Klassifizierungen wie Ausreißer oder unauffälliger Datenpunkt. In dieser Modell-Variante entsteht daher kein Vorhersagemodell (Algorithmus) im klassischen Sinne, das (der) eine feste Beziehung zwischen Input und Output lernt. Stattdessen werden die Bewertungen (z.B. Ausreißer-Werte) aus der Struktur der Daten und den gewählten Modellparametern abgeleitet. Das Modell nutzt dabei die inhärenten – zu Beginn noch unbekannten – Muster und Ähnlichkeiten der Daten.
Meist geht es darum, Ausreißer (=auffällige Datenpunkte) in großen Datenmengen zu finden. Für jeden Datenpunkt werden zunächst die Distanzen berechnet. Aus diesen Distanzen entsteht ein AusreißerWert (Score), der zeigt, wie ungewöhnlich ein Datenpunkt im Vergleich zu seiner Umgebung (Nachbarschaft) ist.
Unternehmensdaten
technische Daten
Maschinendaten
Produktionsdaten
Daten skalieren
Distanzen berechnen
Nachbarschaft betrachten
Ausreißer-Wert ermitteln
Schwellenwert bestimmen
Schwellenwert-Prüfung
O Anomalie
O Normalfall
Detailangaben zum Modell
In der App können die zentralen Modellparameter frei festgelegt werden, wie beispielsweise
- die Anzahl, Bezeichnung und Reihenfolge der Datenfelder ist frei wählbar
- jedes skalierbare Datenfeld kann gesondert skaliert werden, womit die Wertigkeit für die Distanzberechnung festgelegt wird
- mit der Wahl des Distanzverfahrens wird das mathematische Verfahren, wie die Distanz zwischen Datenpunkten berechnet wird, bestimmt
- mit der Anzahl der Nachbarn wird die für die Score-Berechnung zu betrachtende Nachbarschaft gruppiert
- mit der Wahl der Methode wird für jeden Datenpunkt der Ausreißer-Wert (Score) innerhalb der Nachbarschaft berechnet. Jeder Datenpunkt hat einen einzigen Ausreißer-Wert
- Anteil der erwarteten Ausreißer
Den Nutzen auf den Punkt gebracht
- sofortige Erkennung von Auffälligkeiten in großen Datenmengen
- das Modell findet Muster, die für Menschen nicht sichtbar sind
- da vorab keine Klassifizierung und kein Training nötig ist, kann das Modell sofort eingesetzt werden
- hohe Flexibilität durch frei wählbare Modellparameter
- Frühwarnsystem für Risiken und Fehler
- ideal für Compliance, Qualitätssicherung und Prüfprozesse
- alle nicht skalierbaren Datenfelder werden ebenfalls untersucht, womit Datenfehler in den Inputdaten vor der Modell-Konfiguration gefunden werden
Highlights und Ergebnisse
- Der User kann alle Modellparameter selbst festlegen, somit sein individuelles KI-Modell kreieren
- transparente Ergebnisse (keine Black-Box)
- detaillierte Ergebnisse, wie Datensätze der Ausreißer (xlsx-Datei), Skalierungswerte (xlsx-Datei), Histogramme, Bericht mit sämtlichen analyserelevanten Informationen
Konkrete Praxisbeispiele
- Kundenverhalten
In der B2C-Datenbank für reine Online-Bestellungen werden auffällige Bestellwerte und Rabattanteile festgestellt. Die letzte Bestellung eines vermeintlichen B2C-Kunden mit einem Bestellwert von 28.200 € weist auf ein ungewöhnliches Kundenprofil hin. Der Kunde könnte beispielsweise ein besonders wertvoller Neukunde, ein B2B-Kunde in der B2C-Datenbank oder eine missbräuchliche Verwendung von Kundendaten sein.
- Logistik
Sendungen mit mehr als 2,5 kg Gewicht benötigen für die Lieferung außerordentlich viel Zeit, bei manchen Lieferungen sogar über 21 Tage. Prozessprobleme können dadurch frühzeitig erkannt und beseitigt werden. Damit einhergehend kann die Kundenzufriedenheit wesentlich erhöht werden.
- Produktion
Der Produktionsvorgang weist ein ungewöhnliches Maschinen- bzw. Produktionsprofil auf. Insbesondere die hohe Temperatur, die starken Vibrationen und der erhöhte Energieverbrauch können auf einen möglichen Maschinenfehler, Verschleiß oder ungewöhnliche Produktionsbedingungen hindeuten. Ein auffälliger Maschinenzustand kann erkannt werden, bevor es zu einem Produktionsausfall oder einer größeren Menge Ausschuss kommt bzw. die Produktionsbedingungen können angepasst werden.
- Energieverbrauch
Ein Gebäude verbraucht in der Nacht plötzlich ähnlich viel Energie wie tagsüber. Der ungewöhnliche Energieverbrauch könnte beispielsweise auf technische Defekte, falsche Konfiguration oder Energie-Diebstahl zurückzuführen sein.